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Stella unterstützt mit dem Verkauf von Schmuck auf 22stars.com Frauen in Uganda, ein besseres Leben zu führen. Die schönen Schmuckstücke werden aus recyceltem Papier hergestellt. Außerdem setzt sich Stella dafür ein, dass Kinder in die Schule gehen können anstatt im Steinbruch arbeiten zu müssen.

Bevor du 22stars.com gegründet hast, was hast du vorher gemacht?

Ich habe Jura und Kriminologie in Leiden (Holland) studiert. Ende 2008 bin ich 8 Monate alleine um die Welt gereist. Und in 2009 kam ich nach Uganda um eine Recherche für meine Masterarbeit in International Law zu machen.

2010 habe ich dann einen Advanced Master gemacht in Human Rights and Democracy von der EU. Ich habe 6 Monate in Venedig gewohnt und 2011 habe ich 6 Monate in Sevilla in Spanien gelebt. Ein Jahr später arbeite ich für ein paar Monate in der Karibik für eine Anwaltskanzlei, danach ein halbes Jahr in Beijing in China für die EU.

Nachdem ich von Asien wieder nach Holland zurückkehrte, ging ich auf Jobsuche und habe 22stars gegründet. Am Anfang nur als Hobby gedacht, um den Frauen zu helfen, die ich damals 2009 getroffen hatte. Zum Anfang habe ich das von Amsterdam aus gemacht. Meiner Meinung nach ist es gerade am Anfang eines Businesses wichtig, an einem Ort länger zu sein und sich darauf konzentrieren zu können.

Ich habe an der Erasmus Universität einen 3 monatigen Start Up Kursus besucht, an vielen Start up und Unternehmer Tagen teilgenommen und mich dadurch weitergebildet.  Ich hatte auch wieder einen Full time Job gehabt für 6 Monate bei Calvin Klein um mehr über die Fashion Industrie zu erfahren, aber das war schwierig zu kombinieren mit 22stars.  Also habe ich Ende 2014 beschlossen, zurück nach Uganda zu gehen und wieder Vollzeit Nomadin zu sein. Ich war ein paar Monate in Uganda und dann bin ich durch Südafrika gereist in verschiedene Ländern.

Stella in Uganda

Was war der Grund für dich, Menschen in Uganda zu unterstützen und ein Social Business zu gründen?

Ich war 2009 in Uganda um über Mädchen Soldaten in der Lord Resistance Army  zu schreiben. Ich hatte da Frauen für meine Master Thesis interviewt, die im Acholi Quarter in Kampala (Nord Uganda) leben. Die Frauen stellten bereits einfachen Schmuck aus Papier her. Um Sie zu unterstützen habe ich von ihnen Schmuck gekauft und den Kontakt aufrecht erhalten.

Jedes Jahr habe ich dann Schmuck bestellt. Irgendwann wurde der Schmuck meinen Freunden zu langweilig und sie fragten mich, ob die Frauen nicht auch einmal etwas anderes machen können wie bspw. eine lange blau-grüne Kette mit unterschiedlich großen Perlen usw. Ich habe gesagt, na klar, die können alles machen was du nur willst.

Da kam der Schmuck zurück und waren meine Freund so begeistert, dass sie alles mit der Hand hergestellt haben. Dann sagten sie, Mensch Stella verkauf das doch in einem Laden. Da habe ich Ende 2012 beschlossen, das zu machen. Ich bin zurück nach Uganda gegangen, um mit den ersten ausgewählten Frauen Interviews zu führen, Fotos zu machen und Ende 2013 habe ich dann die ersten Sachen über meinen Webshop verkauft.

Stella in Uganda with children

 

Haben dich von Anfang an viele Menschen unterstützt und dein Vorhaben toll gefunden? Hast du auch einige Stolpersteine auf dem Weg gehabt?

Am Anfang habe ich viel Kritik von meinem Umfeld bekommen, was ich mache und wieso und warum ich mich nicht für eine Anwaltskanzlei bewerbe. Das hat mich manchmal ein bisschen demotiviert.

Auch habe ich in Uganda Sachen bestellt und manchmal wurden die nicht pünktlich verschickt, oder die Farben stimmten nicht etc. Da habe ich festgestellt, dass ich selbst nach Uganda gehen muss, wenn ich wirklich etwas draus machen möchte. Deshalb bin ich Ende 2014 wieder zurückgegangen nach Uganda und seitdem bin ich sehr regelmäßig vor Ort.

Ich habe aus meinen Fehlern gelernt und dass viele Dinge etwas Zeit brauchen und ich mich nicht von meinem Ziel ablenken lassen darf. Mein Ziel ist es, noch mehr Kinder in die Schulde zuschicken in Uganda und dass die Frauen mit dem Schmuck genug Geld verdienen. So haben sie die Möglichkeit, einen Beruf zu lernen und unabhängig zu werden.

Die meisten Probleme lagen in der Produktion und der Qualitätskontrolle. Die habe ich dadurch gelöst, dass ich öfter in Uganda bin und meine Kommunikation verbessert habe.

Women in Uganda

 

Wie ist es für dich, immer wieder nach Uganda zurückzukehren? Viele Menschen müssen dich dort sehr ehren, für das was du machst?

Nein ich glaube nicht, dass die Leute mich dort verehren. Nach dem Krieg gab es viele Hilfsorganisationen, durch welche die Leute dort gewohnt sind, Geld zu bekommen. Ich gebe den Menschen dort jedoch nicht nur einfach Geld sondern lasse die Frauen dafür arbeiten.

Das gibt ihnen ihre Würde als Mensch zurück. Es ist jedoch auch eine große Herausforderung mit den Frauen zusammenzuarbeiten, die kein Telefon haben, keine Emailadresse, wenig Bildung, HIV.positiv, traumatisiert, weder lesen noch schreiben, nur Acholi sprechen und sehr große Familien haben.

Ein Teil des Nettogewinns wird dazu verwendet, unsere 22STARS-Projekte zu finanzieren, unsere Designer und ihre Kinder zu erziehen. Sie erhalten Englisch Unterricht, lernen etwas über Einkommen generierende Aktivitäten (IGA), erhalten soziale Unterstützung, Gesundheitserziehung und Musik, Tanz-und Theater- Unterricht.

Ich glaube dass die Frauen darüber sehr froh sind im Acholi Viertel. Einerseits liebe ich es in Uganda zu sein aber dort habe ich keinn richtigen Freundeskreis, so dass ich auch froh bin immer wieder meine Familie und Freunde im Ausland zu sehen.

Uganda Stella Helping People

 

Du bist sehr viel mit digitalen Nomaden unterwegs. Viele von ihnen verdienen online sehr gut Geld und leben dann in armen Ländern. Siehst du darin ein Problem für die Zukunft, wenn mehr und mehr Menschen online arbeiten werden, aber trotzdem versuchen Low Budget zu leben?

Ich glaube es ist Person zu Person unterschiedlich. Oft wird ja das Thema Steuern thematisiert, wobei diese ja helfen, gute Straßen in den Ländern zu bauen, das Gesundheitssystem aufrechterhalten usw. Ich beispielsweise zahle Steuern in Holland.

Ich zahle natürlich oft weniger im Ausland, als wenn ich in Amsterdam geblieben wäre. Ich sehe jedoch darin kein Problem, wenn Leute, die gut Geld verdienen, in ärmeren Ländern leben, so lange man trotzdem den lokalen Leuten hilft und sie unterstützt.

Es ist eher eine Frage auf welche Art und Weise die Person in dem Land lebt und sie beispielweise Geld ausgiebt. Ich kenne zum Glück viele Leute, die sehr sozial sind und beim Reisen darauf achten, den lokalen Menschen zu helfen.

uganda kampala

 

Du möchtest gerne selbst Social Workations anbieten, um anderen digitalen Nomaden Uganda zu zeigen. Erzähl uns doch etwas mehr zu diesem Projekt!

Ich werde oft von Leuten angesprochen, dass sie gerne nach Uganda kommen möchten, aber nicht wissen wie und wo sie anfangen sollen. Für viele ist Afrika noch sehr fremd und viele, die bereits in Afrika waren, stellen fest, dass jedes Land sehr unterschiedlich ist.

Deshalb hatte ich die Idee, Leute einzuladen um Uganda zu sehen. Dann können alle gemeinsam wohnen, arbeiten und essen. Denn was viele nicht bedenken, ist, dass Uganda beispielweise was die Übernachtung betrifft, recht teuer ist.

Es ist schwierig dort alleine zu reisen, doch in einer Gruppe würde es mehr Spaß machen und dann könnte ich sie mit den lokalen Menschen hier in Kontakt bringen und dann natürlich auch mein Projekt zeigen. So hätten viele einen leichteren Einstieg in Uganda.

Die Idee ist, dass sie Leute auch selbst eine gofundme Kampagne starten können und dann mit dem Geld und meiner Hilfe direkt ein soziales Projekt unterstützen können. Dann können sie direkt sehen, wie das Geld genutzt wird. Zum Beispiel kann das Geld für ein kleines Unternehmen verwendet werden oder für Schulgeld von Kindern, Medizin und Essen.

Außerdem organisiere ich dann auch 2 Wochenend Trips und helfe den Leuten, dann auch einen individuellen Roadtrip zu machen. Mir ist es wichtig, dass die Leute mehr sehen als das, was die Touristen sonst zu Gesicht bekommen. Sie sollen mit den Einheimischen und der einzigartigen Natur in Kontakt kommen. Uganda hat viele traumhafte Nationalparks und Landschaften, perfekt für einen kleinen Wochenend Camping Trip mit Lagerfeuer.

 

Hast du noch weitere Vorhaben mit 22stars? Wie sehen deine nächsten Ziele aus?

Ich habe mit 22stars momentan 3 Ziele für 2017 festgelegt: Schmuck designen und verkaufen, Kinder unterstützen und langfristige Paten finden und Social Workations organisieren. Damit werde ich 2017 auf jeden Fall genug zu tun haben.Ich möchte mit den 3 Zielen noch mehr Leute inspirieren und meinen Einfluss vergrößern, Menschen zu helfen.

women in uganda jewellery

Mein Lieblingsspruch ist: What do you do for yourself dies with you, what you do for others stays forever.

 

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